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Mathematik ist die Wissenschaft der Beziehungen zwischen Zeichen und Begriffen. Zeichen und Begriffe sind abstrakte Symbole der Dimensionen Raum und Zeit, die auf abstrahierender Ebene quantitative und räumliche Beziehungen beschreiben. Mathematik ist auch eine abstrakte Disziplin, deren konkrete Anwendung immer die abstrahierende Denkform des mathematischen Denkens voraussetzt.
Dies ist keine besondere menschliche Fähigkeit, sondern eine allgemeine Struktur menschlichen Denkens. Es entwickelt sich mit der Bewältigung wirklicher Probleme, die erst schrittweise - z. B. durch Abstrahieren, Ordnen, Systematisieren, Vergleichen - zu mathematischen Problemen werden.
Mathematik ergibt sich aus der sozialen Situation, in jeder Handlung, Alltagssituation kann ein mathematisches Problem enthalten sein. So werden z.B. im Vorschulalter zahlreiche Erfahrungen in den Bereichen Farbe, Form, Größe, Gewicht, Mengen, Relationen, Zeit, Reihenfolge, Zuordnung, Zählen, Zahlwörter, Ziffern, u. Ä. gemacht, denen in der Mathematik bestimmt Zeichen zugeordnet werden. Diese Erfahrungen verdichten sich im Laufe der Denkentwicklung zu geistigen Operationen wie Vergleichen, Ordnen, Klassifizieren, Abstrahieren, Konkretisieren, Verallgemeinern etc.
Mathematik hat demnach zentralen Stellenwert für die Denkentwicklung des Schülers, man sieht diese Aufgabe gleichberechtigt neben der Vermittlung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse. Schwerpunkt des Mathematikunterrichts ist es, ausgehend von alltagsrelevanten Lebenssituationen mathematische Strukturen zu erkennen, diese zu verallgemeinern, davon zu abstrahieren, zu symbolisieren, zu formalisieren und generalisierend in anderen Handlungsbezügen anzuwenden.
(Jetter, K-H.: Mathematik - Rechnen. Thesen zur Entwicklung des Mathematischen Denkens. In: AkoP, Zeitschrift des Arbeitskreises Koopertive Pädagogik, Heft 1, 1982, S.66f.)
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